Publikationen bestellen

Zeichnung

Museum:
WAGGERLHAUS
Ort:
Wagrain

Mit schneller Feder skizziert der Zeichner das Grab von Vikar Joseph Mohr. Dabei verwendete er vor Ort, also am Friedhof selbst, wohl nur eine Federspitze und schwarze Tusche. Die Grautöne sind ebenso wie die Farbe später mit dem Pinsel lasierend aufgetragen worden. Weil die Tusche in den Thujen (Lebensbäume) noch ohne Randbildung verlaufen ist, ist zwischen den zwei Arbeitsschritten sicher nicht viel Zeit vergangen.

Das intensive Rot der Masche des Kranzes lässt vermuten, dass das Bild kurz nach einem 4. Dezember gezeichnet wurde - an diesem Tag findet traditionell in Wagrain ein Gedenksingen der Volksschüler mit Kranzniederlegung statt. Die Schule bewahrt so das Bewusstsein um das soziale Wirken des Vikars Mohrs in Wagrain, der sich im Jahr 1803 für den Neubau einer Schule einsetzte. Aus diesem Grund trägt die jetzige Volkschule den Namen "Joseph Mohr Schule".

Die Zeichnung ist rechts unten mit E.H signiert und stammt somit wohl aus der Hand von Ernst Huber. Dies ist sehr plausibel, weil auch seine gezeichnet und gemalten Postkarten die im Stil ähnlich sind häufig mit E. H. signiert waren - so auch jene an Karl Heinrich Waggerl, die heute in der Sammlung des Waggerl Museums sind. Der Wiener Sezession Künstler Ernst Huber, der auch Mitglied der Zinkenbacher Malerkolonie war, besaß sogar für einige Jahre ein Haus am Kirchboden in Wagrain.

Fotos: Hemma Ebner
Text: Carola Marie Schmidt

Zurück zur Übersicht